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Die Energieberatung im Gemeinwesen

Ziel der Energieberatung ist es, kommunalen Gebietskörperschaften, deren Eigenbetrieben, Unternehmen mit mehrheitlich kommunalem Gesellschafterhintergrund sowie gemeinnützigen Organisationsformen und anerkannten Religionsgemeinschaften geförderte Energieberatung zugänglich zu machen und wirtschaftlich sinnvolle Investitionen in die Energieeffizienz aufzuzeigen. Gefördert wird die Energieberatung zur Erstellung eines energetischen Sanierungskonzepts von Nichtwohngebäuden, entweder in Form eines Sanierungsfahrplans oder in Form einer umfassenden Sanierung. Zudem wird die Neubauberatung für Nichtwohngebäude gefördert.

Gegenstand der Beratung sind Nichtwohngebäude, die sich im Bundesgebiet befinden. Die Energieberatung kann folgende Maßnahmen empfehlen:

  • Sanierungsfahrplan
  • Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus 70
  • Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus 100
  • Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus Denkmal

Sie soll wirtschaftlich sinnvolle Investitionen in die Energieeffizienz aufzeigen und darstellen. Alternativ wird eine Neubauberatung für Nichtwohngebäude gefördert, basierend auf dem KfW-Effizienzhausstandard (EH 55 oder EH 70). Das energetische Sanierungskonzept und die Neubauberatung haben sich jeweils auf ein einzelnes Nichtwohngebäude zu beziehen. Sofern die Möglichkeit der Nutzung von Erneuerbaren Energien als sinnvoll erscheint, sollte auf diese im Rahmen der Beratung insbesondere hingewiesen und ggf. ein Konzept erarbeitet werden.

Förderung der Beratung im Gemeinwesen

Die Tätigkeit des Energieberaters wird durch das BAFA gefördert. Die Zuwendung beträgt bis zu 80 % der förderfähigen Ausgaben, maximal jedoch ein von der Zahl der Nutzungszonen des betreffenden Gebäudes abhängiger Höchstbetrag gemäß folgender Tabelle. Ab der 13. Nutzungszone beträgt die Höchstförderung einheitlich 15.000,- €.

Anzahl Nutzungszonen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 > 13
Höchstförderung in EUR (vorsteuerabzugsberechtigter Berater) 3.500 4.500 5.500 6.500 7.500 8.500 9.500 10.500 11.500 12.500 13.500 14.500 15.000 15.000
Höchstförderung in EUR (nicht vorsteuerabzugsberechtigter Berater) 4.165 5.355 6.545 7.735 8.925 10.115 11.305 12.495 13.685 14.875 15.000 15.000 15.000 15.000

Für die Präsentation des Beratungsberichts durch den Berater in Entscheidungsgremien des Beratenen kann zusätzlich eine Zuwendung in Höhe von 500,- € beantragt werden. Dieser Präsentationsbonus wird unter der Bedingung gewährt, dass der antragstellende Energieberater seinen Beratungsbericht vor einem Entscheidungsgremium des Beratungsempfängers präsentiert, welches über die Umsetzung der im Bericht vorgeschlagenen investiven Maßnahmen entscheidet.

Der Zuschuss kann auch gezahlt werden, wenn die Beratung mit weiteren öffentlichen Mitteln (z. B. der Länder oder Kommunen) finanziert wird; die Förderung darf dabei aber insgesamt 85 % der Beratungskosten¹ nicht übersteigen. Mit anderen Worten: Eine zusätzliche Förderung der Mittelstandsberatung mit Landes- oder kommunalen Mitteln ist zulässig, sofern der Auftraggeber mindestens einen Eigenanteil von 15 % des Beratungshonorars trägt.

Ausgeschlossen ist eine Förderung allerdings, wenn auch Mittel aus anderen Beratungsprogrammen des Bundes in Anspruch genommen werden; in diesem Fall besteht ein Kumulierungsverbot.

Die Förderung dieser Beratung ist unabhängig davon ob tatsächlich eine Sanierung umgesetzt wird. Sollen jedoch bei einer Vorhabenumsetzung öffentliche Förderprogramme genutzt werden, ist das Einbeziehen eines durch die Bewilligungsbehörde zugelassenen Energieeffizienz-Experten notwendig.

Der Ablauf

Die Durchführung meiner Energieberatung umfasst die Aufstellung der individuellen, detaillierten Objektdaten, die Analyse und Darstellung der vorhandenen Substanz, die Eröffnung von Sanierungsmöglichkeiten und dem Aufzeigen der Fördermittel für die möglichen Maßnahmen. Damit gebe ich Ihnen eine neutrale, objektive und transparente Darstellung Ihres Energieverbrauchs als Basis für eine energetische Verbesserung der Nutzungszonen im Gebäude sowie die Möglichkeit eines sinnvollen Einsatz von Erneuerbaren Energien.

Mit der Analyse und der Erstellung Ihres individuellen Beratungsberichtes können Sie abschätzen, was Ihnen der energiesparende Umbau bringt und vor allem wie viel Sie einsparen. Diese Expertise kann (und darf) Ihnen nur ein Energieeffizienz-Experte erarbeiten und nur seine Analyse kann öffentlich gefördert werden (s.o.). Denn allein das Wissen um die am Bau verwendeten Baustoffe, deren Eigenschaften und ihr Zusammenwirken sowie der Zustand und der Energieverbrauch der vorhandenen Technik ist ein enorm weites Feld. Die Verarbeitungen und deren Qualität kommen noch hinzu. Ich erstelle den Energiebericht individuell nach dem welche Baustoffe und welche Technik erforderlich und sinnvoll ist, welche Sanierungsreihenfolge am effektivsten ist auf Basis einer ganzheitlichen Betrachtung und Nutzung Ihres Gebäudes.

Der Förderantrag für eine Beratung muss bei der Bewilligungsbehörde BAFA vor dem Beginn der Beratungsmaßnahme gestellt werden! Zuvor ist lediglich die Aufnahme des Ist-Zustandes der relevanten Daten vor Ort zulässig. Ein Vertrag zwischen Berater und Auftraggeber ist nur dann zulässig, wenn die Wirksamkeit des Vertrages von der Förderzusage der BAFA abhängig gemacht wird. Dem Förderantrag müssen nachfolgende Dokumente beigefügt werden:

  • Kostenvoranschlag für die Durchführung einer Energieberatung
  • Auftragsbestätigung zur Durchführung einer Energieberatung. Sollte eine Auftragsbestätigung zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht vorliegen, ist diese spätestens innerhalb von drei Monaten ab Antragseingang vorzulegen/hochzuladen.
  •  „De-minimis-Beihilfen“-Erklärung des Beratungsempfängers (falls der Beratungsempfänger ein kommunaler Eigenbetrieb, ein Unternehmen mit mehrheitlich kommunaler Beteiligung, eine gemeinnützige Organisation oder eine anerkannte Religionsgemeinschaft ist)
  • Zuwendungsbescheide des Beratungsempfängers, wenn dem Beratungsempfänger weitere öffentliche Förderungen für die Energieberatung bewilligt wurden
  • Haushaltssicherungskonzept nach jeweiligem Landesrecht, wenn der Beratungsempfänger eine finanzschwache Kommune ist, die die BAFA-Förderung mit weiteren öffentlichen Finanzierungshilfen kumulieren möchte
  • Bestätigung des zuständigen Finanzamtes über die anerkannte Gemeinnützigkeit, wenn der Beratungsempfänger eine gemeinnützige Organisation ist.

Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides hat der Antragsteller zwölf Monate Zeit, die Beratung durchzuführen (Bewilligungszeitraum). Anschließend, aber spätestens innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Bewilligungszeitraums, ist der Verwendungsnachweis zu erstellen und dem BAFA vollständig per elektronischem Formular vorzulegen (Vorlagefrist). Der Verwendungsnachweis muss enthalten:

  • Die Verwendungsnachweiserklärung (online Formular)
  • Schriftliche Erklärung des Zuwendungsempfängers
  • Eine Kopie der durch den Energieberater auf den Namen des beratenen Unternehmens ausgestellten Rechnung
  • Ein Energieberatungsbericht, der den Anforderungen entspricht

Leistungen der Beratung

Bereits beim ersten Kontakt von Auftraggeber und Berater können viele grundsätzliche Fragestellungen geklärt werden, für eine Analyse zwingend erforderliche und durch den Auftraggeber kostenlos beizubringende Unterlagen sind:

  • Firmenspezifische Daten wie Name, Adresse, E-Mail etc.
  • Baujahr der Gebäude
  • Baujahr und Zweck der technischen Anlagen
  • Nutzfläche
  • Gebäude- und Anlagenfotos
  • Gut lesbare Bau-/Ausführungspläne des Objektes möglichst im Maßstab 1:50 oder 1:100
  • Alle Dokumentationen zu den technischen Anlagen

notwendige zusätzliche Angaben die durch den Auftraggeber bereitgestellt oder durch eine Vor-Ort-Begehung durch mich erfasst werden können:

  • Unterlagen von bereits durchgeführten Gebäuderenovierungen möglichst mit Materialangaben
  • Welche Gebäudeteile werden beheizt und wie oft genutzt?
  • Wärmdämmung von Dach, Außenwänden, Kellerdecke, Spitzboden
  • Dämmung von Heizleitungen, Einbau von Thermostatventilen
  • Solar- oder Lüftungsanlage, werden regenerative Energien eingesetzt?
  • Ist eine Lüftungsanlage vorhanden? Wenn ja, mit Wärmerückgewinnung?
  • Geschieht die Warmwasserbereitung über die Heizung oder durch Zusatzgeräte?
  • Falls keine genauen Angaben über das Objekt gemacht werden können muss gemessen werden.
  • Wichtige Angaben sind weiterhin Art und Verglasung der Fenster, Sparrenstärke und Dämmung des Daches, Höhe von verlegten Kabel- oder Rohrleitungen.
  • Sind bauliche Mängel erkennbar, die einer Sanierung bedürfen?
  • Sollen Sanierungsmaßnahmen über Fördermittel umgesetzt werden?
  • Kundenwünsche?
  • Welche weiteren Baumaßnahmen sind weiterhin angedacht bzw. sollen umgesetzt werden

Je mehr Informationen und Unterlagen Sie als Auftraggeber von sich aus beisteuern können desto einfacher wird es.

Der Ortstermin

Vor Ort erfolgt die Sichtung und Begehung des Gebäudes oder der technischen Anlage mit Vervollständigung der o.g. Gebäude- und technischen Daten sowie Aufnahme Ihrer Unternehmenswünsche und -vorstellungen.

Berechnung/Energieaudit

Die Berechnung des Ist-Energiebedarfs mit Darstellung der Energiebilanz und der Aufbau des Beratungsberichtes erfolgt gemäß DIN EN 16247-1. Gemäß der DIN EN 16247-1 bezieht sich ein Energieaudit immer auf eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und des Energieverbrauchs eines Gebäudes mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten.

Die abschließende Beratung

Die Berechnungen dienen als Basis für detaillierte Aussagen über Energieeinsparungen. Die Modernisierungsziele, die Wahl der Maßnahmen, die Kapitalbeschaffung sowie der zeitlichem Ablauf der Sanierungsmaßnahme(n) sind auf Ihre Zielsetzung abgestimmt. Dieser individuelle Energieberatungsbericht wird Ihnen von mir in einem persönlichen Abschlussgespräch dargelegt um Ihnen aufzuzeigen welche Optionen Sie haben.


¹ Sofern es sich bei dem Beratenen um eine finanzschwache Kommune handelt, die nach jeweiligem Landesrecht ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen hat, kann der Finanzierungsanteil aus Mitteln dieses Förderprogramms und Dritter (das heißt anderer Förderprogramme) maximal 95 % der förderfähigen Ausgaben betragen. Die Verpflichtung zur Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzepts ist dem BAFA durch den Antragsteller nachzuweisen.