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Wärmeschutznachweis

Der Wärmeschutznachweis wird bei Neubau, Gebäudeaufstockung oder größeren Umbauten sowohl von Wohngebäuden als auch Nichtwohngebäuden benötigt. Für Vermieter oder Immobilieneigentümer sieht die Energieeinsparverordnung (EnEV) im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) bestimmte Regeln in Bezug auf Neubauten und Bestandsimmobilien, bei denen umfangreiche Modernisierungen geplant sind, vor. Gemäß § 16 EnEV und der entsprechenden Landesbauordnung ist ein DIN-gerechter Wärmeschutznachweis (DIN 4108, DIN 18599) anzufertigen und vor Baubeginn mit den bautechnischen Unterlagen und dem Bauantrag bei der Baugenehmigungsbehörde einzureichen.

Allgemein muss ein Wärmeschutznachweis, auch als EnEV-Nachweis bezeichnet, die Bedingungen für Energieausweise nach § 16 EnEV erfüllen und eine ausführliche Dokumentation der Berechnung beinhalten. Die Richtwerte der EnEV für Heizung, Warmwasseraufbereitung, Klima und Lüftung müssen dabei eingehalten werden.

Die Ziele des baulichen Wärmeschutzes sind

  • die Bereitstellung eines gesunden Wohnklimas für den Nutzer,
  • der Schutz der Baukonstruktion vor Feuchteschäden und
  • die Einsparung der Primärenergie, die für die ordnungsgemäße Nutzung eines Gebäudes erforderlich wird

Es sind somit sowohl die Gewährleistung einer behaglichkeitsorientierten Temperaturverteilung im Raum (also die Vermeidung von Schimmelpilzen an Oberflächen und damit auch in der Raumluft durch ausreichend hohe Innenoberflächentemperaturen der wärmeübertragenden Bauteile) als auch alle Gesichtspunkte des Schutzes gegen Wasser in flüssiger Form (also Schlagregen, Tauwasser im Bauteilinneren sowie auf der Oberfläche, Stauwasser etc.) zusammenzufassen, die die Baukonstruktion schädigen und ihre wärmeschutztechnischen Eigenschaften und die raumklimatischen Eigenschaften verschlechtern können.

Energetisch soll sowohl die Reichweite – und somit auch die kostengünstige Verfügbarkeit – der aktuell nutzbaren, jedoch nicht regenerativen Primärenergieträger Öl, Gas und Kohle vergrößert als auch die Belastung der Atmosphäre mit Schadstoffen (hier primär Kohlendioxid [CO2] zur Verlangsamung des Treibhauseffekts) verringert werden.

Wärmeschutznachweis bei Neubau

Da mit ca. 40 Prozent ein Großteil des Energieverbrauchs in Deutschland auf Gebäude entfällt, die beheizt oder klimatisiert werden, gibt es hier auch ein entsprechend hohes Einsparpotenzial, dass die Regierung mit der Energieeinsparverordnung erreichen möchte. Bis zum Jahr 2021 sollen europaweit sogenannte Niedrigstenergiegebäude als Standard für Neubauten gelten. Neubauten müssen daher schon heute sehr hohe Energiestandards erfüllen und dürfen beispielsweise bestimmte U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient) nicht überschreiten. Konkret müssen Bauherren mit dem Wärmeschutznachweis belegen können, dass ihr Neubau 25 Prozent weniger Primärenergie verbraucht als ein Haus, das vor dem 31.12.2015 und den damals geltenden Mindestwerten gebaut wurde. Auch die Wärmedämmung muss besonders effektiv sein und im Vergleich zu Neubauten vor dem Jahr 2016 zusätzlich 20 Prozent Energieverbrauch einsparen.

Wärmeschutznachweis bei Modernisierungen

Nicht nur Neubauten müssen heute strenge Vorgaben im Wärmeschutznachweis erfüllen. Betroffen sind auch Eigentümer, die umfassende Modernisierungen durchführen. Die wichtigste Anforderung betrifft die oberste Geschossdecke. Diese muss saniert werden, wenn der Raum darüber zugänglich, aber nicht beheizbar ist. Diese Anforderung ist bei einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,2 m²K/W für Dächer und 0,9 m²K/W für die obersten Geschossdecken erfüllt. Tatsächlich droht Hausbesitzern, welche die Geschossdecke oder das Dach nicht ausreichend dämmen, ein Bußgeld. Nach § 27 EnEV liegt dann eine Ordnungswidrigkeit vor.

Zwar ist kein Hausbesitzer verpflichtet, umfassende Modernisierungen an seiner Immobilie vornehmen zu müssen, aber zumindest muss ein Altbau die Mindestanforderungen erfüllen. Das betrifft auch Heizungsanlagen. Nach der EnEV müssen Heizkessel alle 30 Jahre erneuert werden.

Schritte zur Erstellung des Wärmeschutznachweises

Phase 1

Eine DIN gerechter Wärmeschutznachweis für den Neubau nach EnEV gehört zu den erforderlichen Bauvorlagen. Nach Wärmeschutzverordnung ist der Nachweis zum Wärmeschutz zusammen mit dem Bauantrag und den anderen bautechnischen Unterlagen bei der Baugenehmigungsbehörde vor Baubeginn einzureichen.

Da die Ansprüche an den Wärmeschutznachweis je nach Immobilie variieren können – zum Beispiel gibt es verschiedene Regelungen für die diversen Quellen für erneuerbare Energien – berate ich Sie gerne, was Sie im Konkreten beachten müssen. Die Wärmeschutzberechnung erabeite ich dann Schritt für Schritt.

Im gemeinsamen Gespräch lege ich mit Ihnen die Anforderung für die Bauteile wie Außenwand, Fenster, Dach, Kellerböden, Kellerdecken und Kellerwände bei Neubauten hinsichtlich der Materialien und Wärmedämmung fest.

Im sogenannten Bilanzierungsverfahren berechne ich den Transmissionswärmeverlust des Gebäudes. Entsprechende Grenzwerte gibt ein sogenanntes Referenzgebäude vor. Aus dieser Bilanzierung geht nun der Wärmebedarf des Gebäudes hervor. Hier gilt es eindeutig Prioritäten zu setzen in „grundsätzlich wenig Energie benötigen“ und nicht „grundsätzlich billig Energie zu nutzen“.

Unter Berücksichtigung des gültigen EEG schlagen ich Ihnen ein geeignetes Heizsystem vor und bespreche auch in Frage kommende Alternativen.

Abschließend erfolgt die Erstellung

  • eines bedarfsorientierten Energieausweises (Neubau eines Wohnhauses)
  • der Berechnungsblätter zum Energieausweis zur Einreichung bei der Baubehörde
  • der Berechnungsblätter zum Bauteilnachweis zur Einreichung bei der Baubehörde
  • des Nachweises des sommerlichen Wärmeschutz nach DIN 4108-2 zur Einreichung bei der Baubehörde
  • Sachverständigenbestätigung bei der Antragsstellung möglicher Fördermittel bei der KfW

Phase 2

Nach der Fertigstellung des Bauvorhabens wird geprüft, ob das Bauwerk die Vorgaben der EnEV für den Wärmeschutznachweises erfüllt. Wurde beispielsweise ein anderer Dämmstoff wie vorab geplant verwendet muss die Einhaltung der Dämm-Werte auch weiterhin gewährleistet werden. Abschließend wird der Gebäudeenergieausweis ausgestellt und an Sie ausgehändigt.